Dr. Friedrich Brandstetter über die Krise in der NÖ Kinder- und Jugendmedizin

Shownotes

In dieser Folge von „Land auf, Land ab“ spricht Klubobfrau Helga Krismer mit dem Kinderarzt Dr. Friedrich Brandstetter über die Gesundheitsversorgung von Kindern und Jugendlichen in Niederösterreich. Im Zentrum stehen die Defizite in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, fehlende ambulante Behandlungsplätze, die Überlastung von Ambulanzen und die Frage, warum gerade junge Menschen im Gesundheitssystem seit Jahren zu wenig Priorität bekommen.

Dr. Brandstetter schildert aus jahrzehntelanger Erfahrung, warum wohnortnahe, multiprofessionelle Versorgung so wichtig ist, weshalb das geplante Schließen bestehender Strukturen aus seiner Sicht absurd ist und was Österreich von anderen Ländern lernen könnte. Ein Gespräch über politische Fehlentscheidungen, strukturelle Versäumnisse und darüber, was es jetzt braucht, damit Kinder und Jugendliche endlich die medizinische Versorgung bekommen, die sie verdienen.

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00:00:00: Das große Herzensanliegen von Ihnen ist die Kinder- und Jugendpsychiatrie.

00:00:05: Und als Politikerin weiß ich, in Niederösterreich passiert da viel zu wenig.

00:00:12: Wie würden Sie das heute einordnen?

00:00:15: Deswegen braucht es eine österreichweite unesländerübergreifende Planung.

00:00:19: Es ist vollkommen sinnlos wenn Bundesländer einzelne vorpreschen wie es Nieder Österreich und glauben sie können da ihr eigenes

00:00:26: Suppalkochen Land auf!

00:00:28: Land ab.

00:00:29: Der Niederösterreich-Podcast mit Helga Christmach und Georg Ecker.

00:00:34: Herzlich willkommen zu einer weiteren Folge unseres Podcasts!

00:00:39: Und in Niederöstereich ist Gesundheit derzeit ein aktuelles Thema, in vielen Regionen geht es drunter um darüber, um nicht zu sagen Es herrscht ein wenig ein Chaos das die Landesregierung angerichtet hat vor einem Jahr indem ein Plan vorgestellt wurde.

00:00:55: Weil die Stimmen aus der Fachwelt wichtig sind Haben wir uns heute den Dr.

00:01:01: Friedl Brandstedt als Gast eingeladen?

00:01:04: Herzlich willkommen und damit danke, dass Sie sich die Zeit nehmen!

00:01:08: Ja ich danke für die Einladung.

00:01:11: Ich darf Sie mal kurz vorstellen warum sie heute hier sind mit ihrer jahrzehntelangen Erfahrung als Kindermediziner.

00:01:19: Sie haben sich ganz den Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigung verschrieben.

00:01:26: Sie waren wie in Tätik, sie haben im Mistelbach und in Speising die Ausbildung gemacht und waren dann in diversen Ambulatorien nicht nur tätig und haben für die Kinder auch gekämpft und gestritten sondern sie waren auch dabei dass Ambulatoren aufgebaut werden auch gegen Widerstände wie sie mir zuerst gesagt haben unter anderem auch in Mistelbach Und das ist auch der Grund, warum wir sie eingeladen haben und uns darüber sehr freuen.

00:01:53: Weil Sie einfach über viele Jahrzehnte jetzt die Erfahrung haben und wissen wie es war, wie's ist und daher auch wie es sein könnte – und das macht es sehr spannend!

00:02:05: Das bringt mir schon quasi zur Einstimmungsfrage gerade des Meinviertels derzeit in Debatte.

00:02:14: Dort wird das ganze Weinviertel mehr oder weniger umgeackert.

00:02:18: Es soll in Stockarao ein ganz neues Spital kommen, ein Weinvirtelsüd-Zentrum und das große Herzensanliegen von ihnen ist die Kinder- und Jugendpsychiatrie.

00:02:32: Und als Politikerin weiß ich dass da bis hin zu Rechnungshofberichten ja immer drinnen steht in Niederösterreich passiert viel zu wenig.

00:02:43: Wie würden Sie das heute einordnen?

00:02:46: Ja, also es gibt Rechnungshof-Berichte unter anderem auch zu dem Thema Kinder und Jugendpsychiatrische Versorgung in Niederösterreich.

00:02:58: Es gibt den Psychiatrieplan aus Und damals war noch die Idee, in jeder Bezirkshauptstadt ein Kinder- und Jugendpsychiatrisches Ambulatorium zu errichten.

00:03:21: Das ist bis heute leider nicht umgesetzt worden.

00:03:23: es gab Evaluierungen durch Fachleute und eben auch durch den Rechnungshof wo immer wieder festgestellt wurde dass das alles nicht umgesetzt wurde.

00:03:36: und in dem neuen Gesundheitsplan ist eben vorgesehen gewesen, dass eine kinder- und jungpsychiatrische Abteilung in das neue Spital in Stokarau kommen soll während die Tagesklinik, die es in Mistelbach inzwischen gibt mit acht Behandlungsplätzen geschlossen werden soll.

00:03:59: Was aus meiner Sicht völlig absurd eigentlich ist und zwar deswegen, weil man bemüht ist die Behandlung möglichst wonendnahe zu machen.

00:04:13: Und möglichst in den ambulanten Bereich zu verlegen.

00:04:15: das heißt es braucht ambulante Behandlungsplätze und es braucht eben multiprofessionelle Behandlungen Einrichtungen für Kinder- und Jugendliche mit psychiatrischen, kinderpsychiatrischen und jungpsychiatricen Erkrankungen.

00:04:30: Und es nützt nichts, wenn in dem Gesundheitsplan der Prof.

00:04:33: Plena zitiert wird, der sagt seit den Jahren die Sozialität bei Kindern und Jugendlichen vertreifacht hat.

00:04:43: Wenn man dann sagt ja schade dass sich das vertreivacht hat aber in Wirklichkeit passiert eigentlich nicht was passieren müsste.

00:04:52: Also mehr Plätze.

00:04:54: wir haben mit diesem regionalen Strukturplan bislang schon bis zum Jahr- und Jahrzehnt, hätte ja bereits fünfzig Plätze in Niederösterreich geschaffen werden sollen.

00:05:04: Sogenannte eben ambulante Behandlungsplätze.

00:05:08: Und das ist ja nicht erfolgt!

00:05:09: Und im neuen soll es fünfundsechzig sein?

00:05:11: Ja

00:05:13: also muss man sagen die Frage ist jetzt natürlich wie sollen die Sechzigplätze geschaffen wären?

00:05:19: Manchmal vorher die Fünfzig nicht geschaffen wurden.

00:05:23: aber man kann gespannt sehen vielleicht passiert doch ein Wunder.

00:05:27: Dabei haben wir einen Mauer, jetzt gerade eine Landesausstellung die sich ja dem Thema mentale Gesundheit widmet.

00:05:34: aber die Realität bei den Kindern schaut anders aus.

00:05:37: Leider muss man sagen schaut es anders aus.

00:05:39: Es gibt ein einziges Ambulatorium Kinder und Jugendpsychiatrisches in Niederösterreich in Thulen von der Beuhe.

00:05:46: das ist für Kinder- und Jugendliche in Krisensituationen.

00:05:49: Wie

00:05:49: müsst ihr uns das vorstellen?

00:05:50: also mit was kommen da die Kinder?

00:05:54: bei akuten Krisen, wo man sagt da muss man jetzt sofort irgendwie eingreifen.

00:05:59: Da können die Kinder dort hinkommen.

00:06:01: das Einzugsgebiet ist allerdings riesig um fast ungefähr siehundertfünfzigtausend Einwohner was eigentlich sehr groß ist.

00:06:10: an sich ist vorgesehen pro dreihundertfünftig tausend Kinder pro dreieinundfünfzechtausende Einwohner so Eine stationäre Einrichtung pro zweihundertfünfzigtausend ein Ambulatorium.

00:06:25: Und wenn man sich das anschaut, müsste es in Niederlösterreich sieben Kinder- und Jugendpsychiatrische Ambulatoren geben.

00:06:33: Von denen ist überhaupt keine Rede in diesem Gesundheitsplan.

00:06:36: Dr.

00:06:37: Branschelte was zeichnet so einen Ambulatorium aus?

00:06:39: Das dort nicht nur welche Fächer arbeitet man da quasi fächerübergreifend?

00:06:45: oder was Zeichnets ja einen Amulatorium

00:06:47: aus?

00:06:47: Also im psychen Ambulaturium.

00:06:49: Es braucht sicher eine Kinder- und Jungpsychiatrische Leitung.

00:06:54: Es braucht Psychotherapeutin, es braucht Heilpädagogen, es bracht Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Logopädenen – alle möglichen Professionen, Sozialarbeiter.

00:07:08: Also wie gesagt das braucht dieses multiprofessionelle Team um die Kinder wirklich zu sagen… angemessen und uns so wie es von der Zeit her und dem heutigen Standard entspricht, behandeln zu können.

00:07:23: Und ich kenne das in anderen Ländern in Europa da ist es seit Jahrzehnten Standard dass es sowas gibt.

00:07:30: bei uns in Österreich leider nicht.

00:07:33: Generell für Kinder oder Kinder mit Beeinträchtigung bzw.

00:07:36: Verhinderungen einschränken?

00:07:38: Jetzt konkret bezogen auf die Kinder- und Jugendpsychiatrischen sagen Aber wenn man Kinder mit Beeinträchtigungen sagt, ich gebe ein Zitat wieder.

00:07:50: Ich war einige Zeit im Vorstand der European Academy of Childhood Onset Disabilities und ich habe einmal mit dem damaligen Präsidenten gesprochen weil ich wollte dass wir Österreicher da irgendwie mehr dazukommen und auch bei wissenschaftlichen Veranstaltungen und er hat sich die Sachen gut angeschaut.

00:08:11: Das was ihr da in Österreich macht, das haben wir in Schweden vor fünfzig Jahren gemacht.

00:08:16: Da bin ich ziemlich erschrocken damals weil ich mir gedacht habe dass kann nicht sein übertreibt.

00:08:23: aber selbst wenn es nicht fünfzig Jahre sind sondern nur zwanzig oder dreißig muss man sagen Wir sind weit davon entfernt was Standard in anderen Ländern ist.

00:08:32: Woher kommt es eigentlich?

00:08:34: Dass wir in Österreich fast traditionell sehr sehr wenig an Kinder medizinischer Qualität, was die Leistungen betrifft.

00:08:46: Spezialisierungen.

00:08:49: Also Sankt Anna Kinderspital da war ich selber bereit mit unserem Sohn der hatte einen Blutschwamm.

00:08:57: also das ist auch eine Form eines Gott sei Dank gutartigen Tumors.

00:09:01: aber da waren wir auch in Wien drinnen als Gaspatient.

00:09:04: man stelle sich vor ja was heute auch diskutiert wird aber jetzt so den Eindruck dass wir da wirklich abgehängt sind in Österreich.

00:09:15: Was ist die Wurzel des Problems?

00:09:18: Warum sind wir dann nicht top und europa- und spitzenmäßig, was mir immer so gerne

00:09:23: wären?".

00:09:23: Die Schwierigkeit ist es dass das mehrere Gründe hat oder eine ganze Reihe von Gründen.

00:09:32: also ich sag's vielleicht einmal so ein gesellschaftliches Problem ist das bei Kinder bei uns in Österreich an sich lange Zeit wenig Wert hatten.

00:09:46: Ich bin mal gesagt, Kinder haben wenig Wert, behinderte Kinder haben noch weniger Wert und deswegen ist es ein Bereich gewesen der sehr viel auf Unterstützung durch Privatpersonen angewiesen war und komischerweise muss man sagen hat sich die Gesellschaft irgendwie nicht verpflichtet gefühlt und auch die Politik damit diese Situation zu verbessern.

00:10:13: Also ich denke an das Kinderhaus in Guging zum Beispiel, dass es bis nineteen sechs oder siebenund neunzig gegeben hat und das in Wirklichkeit ein Skandal war dieses Haus, dass ist das überhaupt so lange gegeben hat wo eh schon lang keine Kinder mehr drinnen gewesen sind.

00:10:27: also da waren viele Sachen wo man sagen muss das wären nicht notwendig gewesen.

00:10:36: Ist das nicht die beste gesellschaftliche Variante der Prävention, wenn wir den Kindern ja alles ermöglichen?

00:10:43: Weil dann hätte man sowohl seelisch als auch psychosomatisch.

00:10:50: Es würde uns doch in Österreich wahrscheinlich viel besser gehen, wenn man mehr investieren würde im Kinder- und Jugendlichen.

00:11:00: Das ist mit Sicherheit so – und das habe ich in Schweden zum Beispiel erlebt.

00:11:04: Die haben gesagt, Kinder und Jugendliche sind die wichtigsten weil sie sind unsere Zukunft.

00:11:09: In Schweden habe ich ein System erlebt für Kinder mit Beeinträchtigungen wo ich gestaunt hab was die alles machen können und welche Mittel die zur Verfügung haben und zwar vom Staat her.

00:11:19: Ein Beispiel dass wir uns das vorstellen können.

00:11:22: Beeintrechtigung zum Beispiel.

00:11:24: Haben Sie da noch eine Bild im Kopf?

00:11:26: Also ich habe zum Beispiel... Das heißt dort Habilitäringen, also wo die Kinder hinkommen wenn sie eine Beeinträchtigung haben zur Behandlung.

00:11:34: Das muss vorher abgeklärt sein was das Kind hat und dann kommt es in diese Einrichtung.

00:11:39: da gibt's einerseits... Also damals gabs in Wienersburg war das das ist in Südschweden am Südufer des Wiener Sees Gabs eine Einrichtungen mit einem relativ großzügigen Haus wo alle Berufsgruppen vertreten waren.

00:11:56: Es gab daneben noch einen Wohnhaus, wo Kinder die von weiter weg herkommen oder die irgendwas Intensiveres gebraucht haben sogar stationär behandelt werden konnten.

00:12:06: Es gab regionale Zentren, wo die Kinder mit speziellen Fragestellungen hingekommen sind und vierzehn Tage dort aufgenommen worden sind und wo man sich alle Fachleute, die man gebrauchten hat, hergeholt hat.

00:12:19: Also die Kinder mussten nicht irgendwo hinfahren zu den Fachleuten sondern die Fachleuter wurden hingeholt dort in dieses in dieses Zentrum.

00:12:29: Und das hat es bei uns alles nicht gegeben, bei uns war das Vereinen überlassen die gesagt haben wir wollen jetzt was machen.

00:12:35: also ich habe am Anfang bei der VKK je begonnen in diesem Bereich zu arbeiten.

00:12:41: da waren Elternverein erträge dass sich nineteen hundert also ich glaube ist siebzig gegründet hat und die haben gesagt wir sind mit dem was es in österreich gibt nicht zufrieden wir wollen etwas anders machen.

00:12:52: Und was Ähnliches war in Salzburg, da war das die Lebenshilfe.

00:12:56: Und so hat es viele Vereine gegeben, die halt versucht haben... Aus der Zivilgesellschaft

00:13:01: diese Defizite?

00:13:02: Ja und

00:13:03: jetzt hat's dann in jedem Bundesland ein anderes Finanzierungsmodell gegeben

00:13:06: etc.,

00:13:07: also da waren viele Sachen wo man sagen muss ... Da war dieser Föderalismus leider auch ein großes Hindernis.

00:13:15: aber das Modell dass damals in Wien Niederösterreich und in Salzburg gekommen ist, dass man sagt Finanzierung zur Hälfte aus dem Gesundheitsbudget.

00:13:28: Und aus dem Sozialbudget gemeinsame Finanzierung das macht Sinn und das wurde damals umgesetzt.

00:13:34: Das war muss man sagen was Zukunftsweisendes.

00:13:37: weil das gibt es in der Zwischenzeit noch immer und das ist inzwischen auch auf andere Einrichtungen übertragen worden.

00:13:43: Und man könnte das auch, wenn man möchte auf die Kinderpsychiatrie zum Beispiel umlegen.

00:13:48: Weil auch dort die soziale Problematik immer mit einer Rolle spielt.

00:13:52: Das kann man nicht so als quasi singulär fachlich betrachten, also gerade bei Kindern und Jugendlichen in der Entwicklung.

00:13:58: So wie es ja heißt, man braucht ein ganzes Dorf um mal Kind aufzuziehen.

00:14:02: Kinder die vielleicht schon aus welchen Gründen auch immer noch mehr Unterstützung brauchen, brauchen wir heute ein ganzer Fachdorf und das Kind ins Zentrum setzen.

00:14:16: Wir sind jetzt erst dort gewesen dass quasi Nation auf der Landkarte nicht wirklich aufscheinen, was Kindermedizin betrifft.

00:14:27: Hängt es mit hängt das mit Ausbildung zusammen, hängt es mit Wertigkeit zusammen.

00:14:34: Also die Wertigkeit und Wertschätzung, die wir Kindern gegenüber ja quasi nicht zuteilkommen haben lassen über Jahrzehnte oder bis heute noch mangelhaft ist ja auch etwas was ihr dann oft widerspiegelt in genau diesen Fächern.

00:14:49: Die Wertigkeit eines Kindermediziners ging über eines der Internistis oder Onkologe ist, Onkologenist.

00:14:57: Hängt das mit dem Operativen?

00:14:59: Genau, hängt es mit dem operativen, mit Privatpatientinnen und Honorare?

00:15:05: sicher ein Teil dieser Geschichte, aber sie ist nicht der einzige.

00:15:10: Ich meine ich weiß nicht mal irgendein Kollege hat das einmal gesagt wir Kinderärzte können nicht täglich Leben retten.

00:15:18: Wann ihr unverkehrt ruhig bin im Spital oder ein Chirurg, der hat halt immer wieder Fälle wo man sagt wenn man schnell eingreift kann man Leben retten.

00:15:25: Das können wir Kinderärzte sehr selten muss man sagen oder eigentlich gar nicht.

00:15:32: also das ist auch ein Punkt warum das Prestige in der Bevölkerung nicht so hoch ist wie es vielleicht sein könnte.

00:15:40: und die Kinderärzte sind von der Natur her auch nicht so leitet sie sich in den Vordergrund drängen und sagen da sind jetzt wir und wir sind wichtig wie das andere Disziplinen teilweise schon sehr gut können.

00:15:57: Ja und man sieht das überall, wo es mit Kindern zu tun hat also auch die Kinderautopädie ist nicht so angesehen wie der erwachsenen Autopädi muss man sagen ist leider auch ein Nachteil wobei man sagen muss da ist Wien bzw.

00:16:10: Österreich inzwischen relativ gut geworden was die Kinder-Autopäti...

00:16:14: In der Autopäti?

00:16:16: Ja also jedenfalls mein Eindruck auch von außen.

00:16:21: Und sonst, also mit Ausbildung glaube ich hat es wenig zu tun.

00:16:27: Weil die Ausbildung der Kinderärzte ist gut.

00:16:29: aber was womit's zu tun hat ist diese Geschichte mit den Kassenärzten.

00:16:35: Also es gibt so wenig niedergelassene Kassen Ärzte auch für Kinderheilkunde und das hat damit zu tun dass die Lebensbedingungen Kassenärzte leider immer schlechter geworden sind.

00:16:53: Und dadurch gab es viele, die dann gesagt haben unter diesen Umständen will ich nicht mehr arbeiten oder will ich gar nicht erst anfangen und die haben dann halt eine Wahlarztpraxis.

00:17:02: Also ist da gemeint das die quasi des Honoraris bekommen wenn sie ein Kind behandeln ganz normal als Kinderarzt oder Kinderärztin von der Gesundheitskasse einfach so wenig bezahlt wird dass sie sagen für das dass ihr noch Auflagen habe und irgendwie eingeschränkt bin in dem Ganzen Willi auch so gar nicht mehr Medizinestätik sein?

00:17:26: Also die Honorarageschichte ist sicher das eine.

00:17:28: Das ist überhaupt keine Frage, also die Honorare, die die Ärzte bekommen aber auch diese Geschichte ... Man kann nicht mal erwarten dass der Arzt rund um die Uhr da ist.

00:17:42: In Dänemark zum Beispiel hat ein Arzt eine Arbeitszeit von sieben und dreißig Stunden Und es ist egal ob das ein Hausarzt ist, der irgendwo in einem Dorf sitzt oder ob das ein Spitalsatz ist.

00:17:53: Die arbeiten beide siebenundreißig Stunden, der da draußen sitzt am Land kriegt mehr Zeit als der, der im Spital sitzt.

00:18:01: Das Anrät-System ja?

00:18:02: Das ist ein ganz anderes System als bei uns.

00:18:05: Bei uns ist es umgekehrt und dadurch ist es halt nicht interessant.

00:18:11: aber wie gesagt es können auch die Lebensbedingungen dazu dass man nicht rund um die Uhr vorhanden sein soll und zu jeder Tage und Nacht zur Verfügung stehen soll.

00:18:21: Und dann spielt natürlich eine Rolle, wenn ich sage, es soll am Sonntag da sein oder zum Wochenende und man müsste das irgendwie aufdenken.

00:18:27: Da muss man irgendeine Bereitschaft bezahlen oder so was.

00:18:30: Wenn das nicht der Fall ist, wird das heute niemand machen.

00:18:34: Es ist einfach so.

00:18:35: Das ist jetzt schon hochgegriffen, dass man als Eltern am Wochenende an Ärzte oder Ärzten erreichen möchte.

00:18:45: Du schaffst das in ganz Niederösterreich glaube ich nicht, bei den Kassenärzten Stählen haben wir mittlerweile fehlen uns mehr als ein Drittel im Moment, die sie nicht nachzubesetzen und offensichtlich, genauso wie Sie gesagt haben.

00:19:03: Das gibt keinen Anreiz mehr da in einen Vertrag hineinzugehen wo ich wenig bezahlt bekommen Auflagen habe die mich einfach dann noch einschränken.

00:19:15: als Wahlerztin oder als Wahlarzt lebe besser?

00:19:19: Oder ist

00:19:19: nicht lebendig besser sondern ich kann so arbeiten.

00:19:22: Ich stehe

00:19:23: unter diesem

00:19:23: Druck

00:19:24: die Leute am Fließband sozusagen bearbeiten zu müssen damit ich sozusagen auf mein Honorar komme, weil das so schlecht ist.

00:19:33: Sondern ich kann mir Zeit nehmen für den Patienten.

00:19:36: Auch das ist ein Unterschied zu Systemen in anderen Ländern wo ich sagen muss, wenn ich in Schweden zum praktischen Ort gehe war die zwanzig Minuten hat der auf jeden Fall für mich Zeit.

00:19:46: und bei uns weiß ich nach thirty Sekunden, wenn jetzt um niedergelassenen Karlsruhe im Durchschnitt unterbricht nicht er das erste Mal, wann ich sage was ich für Beschwerden habe?

00:19:55: Weil es schneller gehen muss damit da sozusagen genug Patienten durchbringt in der Zeit, die ihm zur Verfügung steht.

00:20:04: Der niedergelassene Bereich ist halt so schmerzhaft für vor allem für die Eltern weil sie sind in Sorge wenn irgendwas akutes ist.

00:20:14: das heißt Sie suchen dann meistens ja den Spitäler auf

00:20:17: Und das ist jetzt genau, na na und

00:20:19: ich wollte

00:20:19: dorthin.

00:20:20: Weil das ist ja der Grund warum die Ambulanzen so überlastet sind.

00:20:23: Ja, genau!

00:20:24: Die Ärzte, die in den Spitälern tätig sind kommen zu ihrer eigentlichen Tätigkeit nicht mehr genug weil sie da an den Ambulanten sitzen und irgendwelche Fälle unter Anführungszeichen versorgen müssen wo man weiß zwei Drittel von denen müssten nicht ins Spital gehen.

00:20:41: Die sind kein Notfall der eine Spitalsbehandlung oder eine sofortige Behandlung erfordert.

00:20:47: Und jetzt würde man erwarten in Bezug auf den Gesundheitsplan, dass man sagt mehr wenn es dort im Argen liegt dann muss man dort ansetzen und muss schauen.

00:20:57: das man sagt man startet diesen Bereich besser aus weil das würde dazu führen Nein, nicht in den Spitälern sondern die Kassenärztetik.

00:21:07: Das Kassensystem wird besser ausgestattet und zwar so dass die Leute wieder gerne eine Kassenpraxis aufmachen weil dann würde der Strom dazustimmt zum Spital versiegen Dann hätte ja vor allem das Problem nicht mehr in den Ambulanzen.

00:21:23: Und genau das ist nicht gemacht worden.

00:21:25: Es ist einer der Vorwürfe.

00:21:27: Experten, die diesen Plan gemacht haben, richtet sich nicht beschäftigt mit den Ursachen.

00:21:34: Warum ist unser Gesundheitssystem so teuer geworden und warum ist das Spitalsystem das teuerste im Vergleich wenn man sich die europäischen Staaten anschaut?

00:21:44: Das ist nicht angeschaut worden und deswegen werden Lösungen angeboten wo man sagen muss eigentlich gehen am Problem vorbei Und es steht in dem Plan auch nicht drinnen, wer konkret was wie und wann machen soll.

00:22:00: Und dann muss man sagen also es steht schon konkret bei den Spitälern wo man sagt das soll geschlossen werden und dort soll etwas wegkommen und so.

00:22:08: Das ja aber dieser ganze Niedergelassen verstehen überall nur Absichtserklärungen oder was sein sollte und dann weiß das.

00:22:16: Aber es steht nicht dort wer das machen soll wie das passieren soll was im Detail gemacht werden soll.

00:22:22: Wer verantwortlich ist für die Umsetzung und wer das kontrolliert, dass das umgesetzt wird?

00:22:27: Und wer schaut darauf, dass die Qualität von dem, was gemacht wird, stimmt?

00:22:30: Das steht alles nicht drin!

00:22:33: Da ist einfach ein Bild entworfen worden, was zu Chaos geführt hat.

00:22:38: jetzt.

00:22:40: Wir haben ja – es gibt dieser Tage auch eine größere Demonstration im Landhaus.

00:22:46: Es gibt unterschiedlich Bewege, die kommen und unterschiedliche Punkte.

00:22:54: haben viele noch gar nicht am Radort, dass es jetzt gerade für Kinder und Jugendliche nicht auch wirklich die Verbesserung gibt.

00:23:00: Dass man sich das wieder irgendwie schön redet.

00:23:03: Sie waren ja in Wien tätig also sie kennen sozusagen beide Welten.

00:23:08: In Wien auch bei den Wiener Sozialtdiensten tätig ab zwei tausendund fünf.

00:23:14: Also sie wissen oder haben das Gespür weil sie drinnen waren wie das quasi wiener Gesundheitssystem und Sozialsystem in etwa funktioniert und wissen auch, wie das in Niederösterreich ist.

00:23:27: Wie absurd erachten Sie das was wir da machen gerade in der ganz Österreich insbesondere in der Ostregion?

00:23:36: Da geht es darum, dass die Gastpatienten in Wien – will man's nicht?

00:23:41: In Niederösterreich ist man aber seit langer Zeit nicht fähig, die Leistungen herbeizuschaffen.

00:23:48: Dass die Menschen eben genau diese medizinischen Leistungen bekommen.

00:23:52: Wie plant man das miteinander?

00:23:54: Was ist Ihre Lebenserfolgung?

00:23:56: oder wie würden Sie das beschreiben und was ist da notwendig?

00:24:00: Also ich würde sagen, es bräuchte ein österreichweites ... Eine österreichweite Planung.

00:24:06: Sehr gut, sehen wir auch so!

00:24:08: Ich sage es an einem Beispiel... Also wie noch tätig war ich da.

00:24:11: im Zweiundzwanzigsten Bezirk habe ich ein Kind begutachten gehabt.

00:24:16: Da hat's nach der Geburt verschiedene Probleme gegeben.

00:24:19: Deswegen ist das zu uns gekommen aus dem Machfeld.

00:24:22: Das Kind ist in Brandenhaus Heimburg auf die Welt gekommen.

00:24:25: Weil es Probleme gegeben hat wurde das Kind verlegt nach Mistelbach.

00:24:30: also das heißt dass wird dann abgeholt In Heimburg.

00:24:33: Und der Vater hat mir dann erzählt, wir sind am SMZ Ost vorbeigefahren und ich habe gefragt den Ort, der da mitgefahren ist, kann man nicht gleich da bleiben.

00:24:42: Hat er gesagt nein das zuständige Spital ist Mistelbach!

00:24:44: Wir fahren nach Mistelbach.

00:24:46: also das Kind ist nach Mistlbach geführt worden und am nächsten Tag weil es dem Kind nicht besser gegangen ist jetzt mit einem Hubschrauber vom Mistelbauch ins SMZ ost verlegt worden.

00:24:55: Und da muss man sagen, solche Dinge sind absurd.

00:24:58: abgesehen davon das Geld kostet, dass Zeit kostet und Ressourcen kostet – so was braucht es nicht!

00:25:07: Man kommt ohne dem aus und deswegen braucht es eine österreichweite Bundesländerübergreifende Planung.

00:25:14: Es ist vollkommen sinnlos wenn Bundesländern einzelne vorpreschen wie es Niederösterreich und glauben sie können da ihr eigenes Superl kochen.

00:25:21: Auch diese Geschichte mit Stockarao, wo diese neue Klinik hinkommen.

00:25:27: Die können noch überschauen nach Thulen, zwölf Kilometer Luftlinie, die können noch Floridsdorf schauen – das ist ja nicht weit weg alles!

00:25:34: Dass man dort eine neue Klinge hinbaut, wo es dann Überschneidungen zwischen den Einzugsgebieten der einzelnen Kliniken gibt, ist auch so eine Absurdität, wo man sich die Frage stellen muss wer hat sie da was doch dabei?

00:25:49: Und wird man dann nicht in ein paar Jahren sagen Das war leider unnötig, dass man das gebaut hat.

00:25:54: Weil eigentlich sollte ja die Bettenzahl insgesamt reduziert werden.

00:25:58: Wir haben in Österreich eine viel zu hohe Spitalsbettenzahl – was auch wiederum damit zu tun hat, dass der niedergelassene Bereich einfach nicht ausreichend funktioniert und viele Leistungen halt nicht bezahlt worden sind in der Praxis.

00:26:14: Wie sich das weiterentwickeln wird, wird man sehen aber ...

00:26:19: Sie werden das auf jeden Fall verfolgen, Herr Dr.

00:26:21: Brandstetter?

00:26:22: Wir werden

00:26:22: das sicher weiter verfolgt!

00:26:24: Herzlichen Dank, dass Sie mit mir heute diesen Podcast gemacht haben und wenn Ihnen, wenn dir ... Dass er echt.

00:26:32: das Anliegen ist, dass in Niederösterreich vielleicht auch für Kinder und Jugendliche, weil dort das am wichtigsten etwas positiv weitergeht.

00:26:40: Was die Gesundheit betrifft und dieses Chaos aufgeräumt wird im Gesundheitswesen in Niedere Österreich dann bitte unterschreiben Sie unterschreibt Du unsere Repetition rettetunsregesundheit.de.

00:26:53: Danke fürs dabei sein!

00:26:58: Wenn du Fragen an uns hast oder über ein Thema mehr erfahren möchtest, dann schreib' uns gerne einen E-Mail an landtagetgruine.at.

00:27:06: Helga und mich findest du natürlich auch auf Facebook, Instagram und TikTok!

00:27:11: Wir freuen uns wenn du uns auf diesen Plattformen folgst aber vor allem freuen wir uns wenn Du unseren Podcast positiv bewertest und abonnierst.

00:27:18: Bis zum nächsten Mal bei Landauf, Landab der Niederösterreich Podcast.

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